Bayer-Konzern im Kriegsgebiet
Die im Buch erhobenen Vorwürfe gegen bekannte Weltkonzerne sind schwer wiegend. So soll das Unternehmen Unternehmen H. C. Starck, eine Tochter des Bayer-Konzerns, Tantalum (ein Rohstoff für die Handy- und Computerchip-Herstellung) aus dem Ost-Kongo zu beziehen.
Werner hatte sich selbst als Rohstoffhändelr ausgegeben, um zu zeigen, dass Zwischenhändler das Metall, mit dem kongolesische Rebellen ihren Krieg finanzieren zum Großteil an H. C. Starck liefen.
"Kein illegaler Abbau"
Sowohl der Pressesprecher von Bayer wie auch der von H. C. Starck weisen die Vorwürfe zurück. Das Unternehmen würde Tantalum vor allem aus Altmetall gewinnen, man beteilige sich nicht am "illegalen Abbau" von Bodenschätzen.
Testlabor Osteuropa
Weiss geht auf die Praktiken großer Pharma-Konzerne ein, wenn er meint, dass diese mit ihren Medikamententests immer häufiger nach Osteuropa ausweichen, weil dort "vieles unter der Hand und damit schneller geht", was den Konzernen "zusätzlich Geld bringt".
Den Ärzten in Osteuropa müsse man viel weniger für die Durchführung der Versuche bezahlen. Außerdem würden die Pharma-Firmen nützen, dass es dort weniger Kontrollen gebe.
Fast-Food und Kinderarbeit
Auch Fast-Food-Riese McDonald's wird im "Schwarzbuch" genannt. Weiss schildert, dass Spielzeug in den "Happy Meals"/"Juniortüten" des Konzerns in Kinderarbeit hergestellt worden seien.
Auch McDonald's wies diesen Vorwurf jedoch zurück: Kinderarbeit sei streng verboten, man arbeite nicht mit Unternehmen zusammen, in denen Kinderarbeit üblich ist.
Schwarze Liste mit Markennamen
Die Autoren listen jeden einzelnen Konzern auf, den sie kritisieren, Internet- und Geschäftsadressen der Firmen sind ebenso abgedruckt.
Die Leser sollen von den Herstellern verlangen, dass nicht nur Qualität und Preis stimmen, sondern dass auch ethische Mindeststandards eingehalten werden. Denn: Kritik und Protestmaßnahmen sind nach Meinung der Autoren mitunter auch wirksam.
Als Globalisierungsgegner verstehen sich die Autoren des im Deuticke-Verlag erschienenen Buches allerdings nicht. Vielmehr verlangen sie, dass auch die Menschen in der Dritten Welt von den Vorteilen der Globalisierung profitieren und nicht länger ausgebeutet werden.
Links:
Schwarzbuch Markenfirmen
Bayer
H. C. Starck
McDonald's
Deuticke-Verlag