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DAS AKTUELLE BUCH

Die Besten der ganz großen Bösen

Klaus Werner/Hans Weiss Schwarzbuch Markenfirmen Verlag Deuticke Wien/Frankfurt 349 Seiten, 291 S, 21,14 EURO

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Gerhard Plott
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Lehnen Sie sich zurück, wärmen Sie sich ein Flascherl Coca-Cola, ziehen Sie Ihre Nike-Schuhe (wahlweise auch Adidas) aus, bereiten Sie sich geistig auf ein McDonald's-Fleischlaberl vor und vergessen nicht auf eine Aspirin-Tablette von Bayer für danach. Wenn Sie es irgendwie schaffen, dann auch noch an den Tankstellenmulti TotalFinaElf zu denken, haben Sie die Besten der ganz großen Bösen auf einen Schlag bei sich vereint.

Das meinen zumindest die Autoren Klaus Werner und Hans Weiss, die ein "Schwarz- buch Markenfirmen" auf den Markt gebracht haben. "Die Machenschaften der Weltkonzerne" lautet der Untertitel des Buches, in dem - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - das verheerende Wirken mancher Multis beschrieben wird. Bayer, beispielsweise, werden detailliert "unethische Medikamentenversuche" vorgeworfen, der Konzern bringe "gefährliche Gifte" in Umlauf und kämpfe gegen billige Aids-Medikamente in den ärmsten Ländern der Welt. McDonald's beute Kinder aus, und Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit Erdölförderung sind ohne TotalFinaElf praktisch undenkbar, schreiben die Autoren. Und für Nike und Adidas arbeiten Kinder.

Im Vorwort schreiben die beiden Österreicher, dass dem Leser "nicht der Spaß am Konsum" verdorben werden solle, das Buch solle nur "wütend machen". Wie der Wähler in einer Demokratie der Souverän sei, müsse auch der Konsument in Zeiten wie diesen ethisches Kaufverhalten an den Tag legen und somit Macht ausüben. Das Buch, das sich wie ein Krimi liest, ist tatsächlich ein Memento an simple Menschenrechte, die westliche Konsumenten jenen nehmen, deren Arbeitsleistung wir billigst konsumieren.

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© DER STANDARD, 18. Oktober 2001
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