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Zum Artikel "H. C.-Starck: Antwort auf Schwarzbuch" (Goslarsche Zeitung, 16.10.01)

Konzernsprecher Bütefisch gibt hier erstmals zu, dass die Bayer-Tochter H.C.Starck den umstrittenen Rohstoff Coltan aus der kongolesischen Stadt Goma bezieht. Goma ist die "Hauptstadt" der RCD-Rebellen, die fast den gesamten Osten des Kongo besetzt halten und einen grausamen Krieg führen, der bereits mehr als 2,5 Millionen Menschenleben gekostet hat und dessen Kämpfer zu einem großen Teil Kindersoldaten sind. Hier mit Rohstoffen zu handeln, ohne die Rebellen finanziell zu unterstützen ist schlichtweg unmöglich, da diese (international selbstverständlich nicht anerkannten) Rebellen in Goma und der gesamten Region als quasistaatliche Behörde agieren und auf offizielen (z.b. in Form von "Exportsteuern") und inoffiziellen Ebenen (z.b. Korruptions- und Schutzgelder) Abgaben von allen dort agierenden Rohstoffhändlern einheben. Von "legalem" Rohstoffhandel kann also dort nicht die Rede sein.

Es ist allerdings richtig, dass wir ein Embargo von kongolesischem Coltan nicht als die beste Alternative sehen, da der Rohstoffhandel unter bestimmten Voraussetzungen eine Entwicklungschance für die Region darstellen könnte. Wenn nun auch Konzernsprecher Bütefisch erklärt, "dass es primär darum gehen müsse, den Menschen vor Ort zu helfen", dann ist das zu allererst mit der Forderung nach einer transparenten Offenlegung aller Investitionen im kongolesischen Kriegsgebiet zu verknüpfen. Erst wenn sowohl Herkunft und Mengen des importierten Materials als auch die Verwendung der investierten Mittel unabhängig kontrolliert werden können, lässt sich nachvollziehen, ob damit Menschen geholfen wird oder sie vielmehr noch weiter ins Elend getrieben werden. Solange die Bayer-Tochter H.C.Starck eine Politik des Verschweigens und Vertuschens betreibt, muss man davon ausgehen, dass der Handel mit blutigen Rohstoffen letztendlich in großem Ausmaß der Fortsetzung eines grausamen Krieges zugute kommt.